Kitesurfen La Palma: Kitereisen-Check Santa Cruz Spot & Reise-Tipps
Kitesurfen La Palma – Die kanarische Insel La Palma, auch liebevoll La Isla Bonita – die schöne Insel – genannt, bietet ihren Besuchern einen stressfreien und gemächlichen Lebensrhythmus. Mit milden Wintern, warmen Sommern, nahezu 365 Sonnentagen im Jahr und verlässlichen Passatwinden scheint La Palma wie geschaffen für Kitesurfen und Wingfoilen. Dennoch hat sich lange kaum ein Kitesurfer nach La Palma verirrt, denn es fehlte schlicht ein geeigneter Kitespot. Das hat sich inzwischen geändert: Mit dem künstlich angelegten Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma gibt es nun einen offiziellen Kitespot, und die Insel gewinnt bei Kitern und Wingfoilern zunehmend an Beliebtheit.

Die Insel La Palma und Santa Cruz de La Palma
Lage, Natur und Vulkane
La Palma, mit vollem Namen La Isla de San Miguel de La Palma, ist die nordwestlichste der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln. Sie liegt mitten im Atlantik, rund 417 Kilometer vor der marokkanischen Küste, ist vulkanischen Ursprungs und zugleich die jüngste sowie grünste Insel des Archipels. Viele inaktive und aktive Vulkane prägen das Inselbild, darunter Cumbre Vieja, Teneguía und der 2021 spektakulär ausgebrochene Tajogaite-Vulkan, dessen Ausbruch 81 Tage dauerte und als längster jemals gemessener Vulkanausbruch der Insel gilt. Seine Lavamassen zerstörten auf der Westseite im Aridane-Tal zahlreiche Häuser, Straßen und Bananenplantagen.

Heute hat sich die Lage weitgehend beruhigt, erste Straßen wurden über die Lavafelder gebaut und neue Häuser wieder bezogen. Über 40% der rund 700 Quadratkilometer großen Insel sind bewaldet, ein großer Teil ist mit Bananenplantagen bedeckt, deren Export mehr als 60% der Wirtschaftsleistung ausmacht. Der höchste Gipfel ist der Roque de los Muchachos mit 2.426 Metern, auf dessen Höhenzug sowie an weiteren Standorten sich einige der wichtigsten Sternwarten der Welt befinden.

Hauptstadt Santa Cruz de La Palma
Der internationale Flughafen liegt nur wenige Kilometer südlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma auf der Ostseite. Hier sowie in den umliegenden Orten befinden sich zahlreiche Hotels, Apartmentanlagen und Ferienhäuser. Weitere touristisch interessante Orte liegen überwiegend auf der sonnigeren Westseite, etwa Tazacorte, Puerto Naos, Tijarafe und Puntagorda.

Auf La Palma leben rund 84.000 Menschen, davon etwa 16.000 in der gemütlichen Hauptstadt Santa Cruz de La Palma. Die Stadt liegt auf einem schmalen Küstenstreifen und zieht sich immer weiter die Berghänge hinauf. Trotz ihrer überschaubaren Größe kommt durch die dichte Bebauung und die engen Gassen besonders ab dem Mittag ein angenehmer Trubel auf, verstärkt, wenn ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt. In der historischen Altstadt lässt es sich hervorragend flanieren, shoppen oder in einem der charmanten Cafés eine Pause einlegen.


Besonders bekannt sind die traditionellen kanarischen Häuser mit ihren kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen und farbenfrohen Blumenkästen – die wohl meistfotografierten Motive der Insel. Ebenfalls sehenswert sind der Plaza de España mit der Kirche El Salvador sowie die Avenida Marítima mit Restaurants, Meerblick und einer Promenade direkt am Wasser. Ein Abstecher nach Santa Cruz de La Palma sollte bei keiner Reise zum Kitesurfen nach La Palma fehlen.

Klima, beste Reisezeit und Wind zum Kitesurfen La Palma
Klima und Temperaturen
Das Klima auf La Palma ist komplex und wird von den Nordostpassatwinden, dem Kanarenstrom und der Topografie bestimmt. Die vom Passat herangeführten Wolken stauen sich an der hohen Gebirgskette und regnen bevorzugt auf der Ostseite um Santa Cruz ab. Deshalb ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit dort deutlich höher als auf der sonnigeren Westseite, wo die Wolken meist schon abgeregnet sind und der Himmel oft klar ist.

Die Temperaturen sind ganzjährig mild, weshalb viele Mitteleuropäer – insbesondere Rentner – auf La Palma überwintern. Im Januar liegen die Tageshöchstwerte meist um 20 Grad, im Sommer klettert das Thermometer auf angenehme 26 Grad. Mehrmals im Jahr kann der heiße Sahara-Wind Calima auftreten, der für zwei bis drei Tage Temperaturen über 40 Grad und eine schlechte Sicht durch Sandpartikel in der Luft mit sich bringt.
Beste Reisezeit für Kitesurfen La Palma
Für Kitereisen und Wingfoil-Trips ist die beste Reisezeit nach La Palma in der Regel von Mai bis September. In diesen Monaten sind die Passatwinde aus nordnordöstlicher Richtung am stabilsten und bieten eine hohe Windwahrscheinlichkeit, die im Hochsommer ihren Höhepunkt erreicht. Der neue Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma ist dabei ideal zur Windrichtung ausgerichtet und gilt als der zentrale Spot für Kitesurfen auf La Palma.

Anreise nach La Palma
Direktflüge und Umsteigeverbindungen
La Palma wird mehrmals wöchentlich direkt von verschiedenen deutschen Flughäfen wie Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf angeflogen (teils saisonal). Wir waren bereits zwei Mal im Rahmen einer Kitereise auf La Palma – einmal pauschal, einmal individuell.
Bei der Pauschalreise hatten wir Direktflüge mit Eurowings ab Hamburg und mit Condor zurück nach Hamburg (unbedingt auf die unterschiedlichen Freigepäckgrenzen achten: 23 kg vs. 20 kg). Die individuell gebuchte Reise erfolgte mit Zwischenstopp in Madrid, war deutlich günstiger als die Direktverbindungen und nur rund zwei Stunden länger unterwegs. Alternativ kann man nach Teneriffa Süd fliegen und von dort mit der Fähre nach La Palma übersetzen.
Unterkunft: Oasis Apartamentos San Antonio in Los Cancajos
Lage und Anlage
Nach längerer Recherche haben wir uns hinsichtlich Preis-Leistung für ein Apartment in der Anlage Oasis Apartamentos San Antonio in Los Cancajos entschieden. Die Anlage liegt etwa vier Kilometer südlich der Hauptstadt Santa Cruz und des gleichnamigen Kitespots sowie drei Kilometer nördlich des Flughafens – also sehr zentral und verkehrsgünstig.


Die bunte, im kanarischen Architekturstil gehaltene Bauweise, die schön angelegte Pool- und Gartenanlage und die vergleichsweise geringe Anzahl von nur 68 Apartments auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück sorgen für Ruhe und Entspannung. Die etwa 45 Quadratmeter großen Apartments bestehen aus Wohnzimmer, Küche, Schlaf- und Badezimmer sowie einem Balkon oder einer Terrasse mit Meer- und/oder Poolblick.

Ausstattung und Umgebung
Wir hatten Apartment 13 im Obergeschoss der östlichen Blöcke mit schönem Blick auf den Pool und das Meer bis hin zur Nachbarinsel La Gomera. Die Ausstattung war gut, die Betten bequem und alles sehr sauber. Die Küche war mit zwei Herdplatten, Kühlschrank mit Eisfach, Kaffeemaschine, Toaster und Mikrowelle ausreichend ausgestattet. In fußläufiger Entfernung befinden sich Restaurants, Bars und zwei kleine Supermärkte.

Der schwarze Sandstrand von Los Cancajos ist in etwa zehn Gehminuten erreichbar. Parkplätze sind rund um das Oasis ausreichend vorhanden, und zum Kitespot Santa Cruz de La Palma fährt man mit dem Mietwagen nur etwa sieben Minuten.
Alternative: Unterkunft auf der Westseite
Bei unserer zweiten Kitereise nach La Palma haben wir uns für ein Domizil auf der sonnigeren Westseite entschieden: ein freistehender Neubau mit Infinitypool und traumhaftem Meerblick zu einem sehr attraktiven Preis. Dafür haben wir die Fahrt quer über die Insel in Kauf genommen, wenn Wind zum Kitesurfen am Spot Santa Cruz de La Palma angesagt war. Als Gegenleistung hatten wir viel Sonne und kurze Wege zu den Stränden von Puerto Naos und Puerto de Tazacorte.
Kitesurfen La Palma: Kitespot Santa Cruz de La Palma
Vom „No-Go“ zum echten Kitespot
Schon vor über zwanzig Jahren – nach unseren ersten Kitereisen nach Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa – haben wir uns gefragt, ob man auch auf La Palma kiten kann. Lange Zeit fiel die Antwort ernüchternd aus: Zwar weht der Wind zuverlässig, aber an der dem Passat zugewandten Ostseite fehlte ein passender Strand. Steilküsten dominierten die Küstenlinie, und es gab keinen sicheren Platz zum Starten und Landen der Kites.

Das änderte sich im April 2017 mit der Eröffnung des neuen Stadtstrandes Playa de Santa Cruz de La Palma. Der künstliche, etwa 1.200 Meter lange und bis zu 50 Meter breite Strand aus feinem, schwarzem Vulkansand verfügt über eine ausgewiesene Zone zum Kitesurfen, Windsurfen und inzwischen auch Wingfoilen. Seither hat sich eine kleine Kitesurfszene entwickelt, und mit Kitesurfing La Palma und Kitesurf Isla Bonita gibt es eine mobile, lizenzierte Kiteschule, die Schulungen und Materialverleih anbietet.

Spot-Charakter und Bedingungen
Der neue Kitebeach liegt perfekt zur vorherrschenden Passatwindrichtung aus Nordost bis Nordnordost. Der Wind kommt in Santa Cruz de La Palma in der Regel sideshore von links. Ein etwa 400 Meter langer Strandabschnitt ist ausschließlich Kitesurfern vorbehalten; in Luv und Lee sind Badegäste untergebracht, was durch eine Bojenkette im Wasser klar markiert ist.

Der Strand ist tief genug, um komfortabel Kites aufbauen, starten und landen zu können. Ein großer Wellenbrecher in Luv sorgt in Ufernähe für eher ruhige Bedingungen. Für Wingfoiler und Windsurfer kann der Wellenbrecher den Wind etwas abbremsen oder verwirbeln, sodass gelegentlich gepumpt werden muss. Kitesurfer sind davon deutlich weniger betroffen, da sie schneller außerhalb des Bereichs mit verwirbeltem Wind sind.

Weitere Aktivitäten auf La Palma – wenn kein Wind ist
Wandern, Vulkane und Naturerlebnisse
Kein Wind, kein Problem – La Palma bietet neben Kitesurfen und Wingfoilen eine Fülle weiterer Aktivitäten. Die Insel ist ein Wanderparadies, besonders attraktiv sind Touren zu den Vulkanen, etwa entlang der berühmten Vulkanroute oder im Nationalpark Caldera de Taburiente und im Bereich der Cumbre Vieja.

Biken, Gleitschirmfliegen und Meer
Mountainbiker finden anspruchsvolle Trails, und Paraglider nutzen die Hänge der Westküste für ausgedehnte Flüge. Unter Wasser lädt das artenreiche Meer – inklusive Meeresschutzzone an der Südwestküste – zum Tauchen und Schnorcheln ein. Wer lieber über Wasser bleibt, kann an Wal- und Delfinbeobachtungstouren teilnehmen. Über das Jahr hinweg lassen sich unter anderem Grindwale, Delfine, Pottwale, fliegende Fische, Haie und gelegentlich Schildkröten beobachten.

Poris de Candelaria – Fotomotiv und Geheimtipp
Ein echtes „Must-go“-Ziel ist die Schmugglerbucht Poris de Candelaria. Sie ist zwar auch zu Fuß erreichbar, doch den eindrucksvollsten Blick hat man vom Wasser aus, zum Beispiel im Rahmen einer Wal- und Delfintour ab Puerto de Tazacorte. Unter einem rund 50 Meter hohen Felsvorsprung der Steilküste stehen einige weiß getünchte Häuschen direkt an der kleinen Bucht – ein surreales Bild und ein perfektes Fotomotiv für jedes La-Palma-Album.

Fazit Kitereisen La Palma
Es kommt selten vor, dass wir eine Insel einem Kitereisencheck unterziehen, die nur einen einzigen Kitespot hat. Im Fall von La Palma kann man jedoch froh sein, dass es überhaupt einen Strand gibt, an dem Kitesurfen erlaubt ist. Seit 2017 hat die Insel mit dem Stadtstrand Playa de Santa Cruz de La Palma einen offiziellen Spot, der sich nun als feste Adresse für Kitesurfen auf La Palma etabliert.

Verlässliche Passatwinde sideshore von links, viel Platz am Strand und auf dem Wasser, zwei mobile Kiteschulen mit Verleih und eine kleine, wachsende Kite- und Wingszene machen eine Kitereise nach La Palma zu einem besonderen Erlebnis. Hinzu kommt der spektakuläre Blick vom Wasser auf Santa Cruz und die dahinter steil aufragenden, grün bewachsenen Hänge der Breña Baja, die vom Meer aus betrachtet bis auf rund 1.800 Meter ansteigen. Wer einen noch wenig überlaufenen Spot sucht und Kitesurfen mit Wandern, Vulkanlandschaften und Naturerlebnissen verbinden möchte, für den ist Kitesurfen auf La Palma eine hervorragende Wahl.








